Fundstücke

Archäologische Fundstücke aus dem Lentinger Ortsgebiet

 

1. Römische Tonstatuette einer Muttergottheit  Muttergottheit

Gefunden 1929 in der Lentinger Flur Greut, Höhe 14 cm,  Datierung: mittlere römische Kaiserzeit (um 200 n.Chr.),

Standort: Stadtmuseum Ingolstadt, Raum 8

Hermann Witz: Bericht über die Bodenforschung im Ingolstädter Gebiet:

„Römische Terrakottafigur aus Lenting-Wettstetten: Der Sohn des Herrn Georg Ampferl (Wettstetten, HsNr.46) hat bei der Frühjahrsbestellung 1929 auf dem Acker-PlanNr.1842 (in der zu Lenting gehörigen Flur Greut und Im Zell) eine römische Terrakotta-Figur und einige Scherben herausgeackert…“

(In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt 1929, Band 48, S.60ff.)

Auszug aus dem Tafeltext neben der Vitrine:

Religiöser und magischer Schutz von Haus, Mensch und Tier“:

„… Als Votivgabe eines Hausheiligtums oder als Grabbeigabe ist dagegen die Terrakotte einer thronenden Muttergottheit mit Säuglingspaar aus Lenting zu denken, ein besonders in den gallisch-germanischen Provinzen verbreiteter Statuettentyp, der zum Denkmälerkreis des keltischen Matronenglaubens gehört.“

 

2. Das Lentinger Frauengrab aus der Keltenzeit

Grabfund 1952 beim Leitungsbau in Lenting, Flachgrab in 60 cm Tiefe, Mittellatenezeit, d.h. zwischen 250 und 150 v.Chr., Standort: Stadtmuseum Ingolstadt, Raum 5

Frauengrab1

 

Vitrinentext :

Tracht- und Beigabenreste eines Frauengrabs der Mittellatenezeit bei Lenting

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mit kleingliedriger Bronzegürtelkette, mehreren Gewandhaften oder Fibeln aus Bronze und Eisen, Armringen aus Bronze, Glas und Lignit (oder Sapropelit) sowie einem Tongefäß für Speise und Trank

 

 

Frauengrab2

 

3. Ein bajuwarisches Sax (einschneidiges Kurzschwert)

Sax1

Dieses Kurzschwert trugen die bajuwarischen Männer in einer Lederscheide am Gürtel.  Es stammt aus den Anfängen der bajuwarischen Siedlung Lenting circa 500 – 700 nach Christus und wurde 1975 neben anderen Grabbeigaben beim Kelleraushub an der Ganghoferstraße gefunden.  Der ehemalige Griff am rechten Ende ist vermodert.       Finder und Leihgeber ist Rul Kipfelsberger, Lenting

 

4. Tongefäß aus der Alten Burg

Bei Grabungen nach der Alten Burg am Kapellenberg (1977), veranlasst durch Lehrer Georg Pfeilschifter, wurden neben Mauerresten auch Tonscherben gefunden. Anhand dieser Scherben konnte das Landesamt für Denkmalpflege das abgebildete Gefäß rekonstruieren, das zum Aufbewahren von Lebensmittel diente. Charakteristisch sind die Randprofile und die Gurtbänder, damit konnte man den Fund in das 11. Jahrhundert datieren. Höhe: 20 cm.

Tongefaess-AlteBurg

Zeichnung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege vom rekonstruierten Tonkrug

Zusammenstellung und Fotos: Walter Baumgärtner